#16 Re: Kaurismäki - Laitakaupungin valot
Verfasst: 20. Okt 2006 09:53
Vielleicht zu Zeiten von Bush senior? ;)sunny1011 schrieb am 20.10.2006 09:31
Das hat er schon vor Jahren gesagt, dass er da nie hingehen wird.
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Vielleicht zu Zeiten von Bush senior? ;)sunny1011 schrieb am 20.10.2006 09:31
Das hat er schon vor Jahren gesagt, dass er da nie hingehen wird.
Bush-Allergie
Vor drei Jahren war der international hoch angesehene Finne mit "Der Mann ohne Vergangenheit" schon einmal für einen Oscar nominiert. Er erschien aber erst gar nicht zur Zeremonie in Hollywood und kündigte damals auch an, im Falle einer Verleihung die Annahme zu verweigern. Doch dazu kam es nicht, denn der deutsche Beitrag "Nirgendwo in Afrika" konnte sich gegen die internationalen Kontrahenten in der Kategorie bester fremdsprachiger Film durchsetzen. Regisseurin Caroline Link war allerdings auch nicht nach Hollywood gereist - wegen ihrer erkrankten Tochter.
In diesem Jahr nun ist Kaurismäki im Vorfeld der Oscar-Nominierungen noch deutlicher geworden. Er verlangte vom Nationalen Filminstitut Finnlands die Einstellung aller Aktivitäten in Bezug auf die Oscar-Nominierung seines jüngsten Films "Laitakaupungin valot" (Lichter der Vorstadt) und verweigerte auch seine Unterschrift für die entsprechende Bewerbung. So nimmt er sich zwar die Möglichkeit, ähnlich wie es der Dokumentarist Michael Moore 2003 bei der Zeremonie im Kodak-Theatre gemacht hat, vor einem Millionenpublikum seine Meinung zu George Bush und seinen Kriegen zu sagen. Doch das ist eher nicht die Art des Finnen, dessen Filme auf Festivals schon mit vielen Preisen bedacht wurden.
Gemeinsam mit seinem Bruder Mika gründete Aki sogar selbst das Midnight Sun Festival und die Verleihfirma Ville Alpha. Die Leningrad Cowboys, diese Kapelle mit den skurrilen Haartollen, kennt dank seiner Filme ein weltweites Publikum. Seine Filme adeln fast immer den arbeitenden Menschen. Kaurismäki gilt als der "Lakoniker" der Filmbranche. Immer schwebend zwischen Melancholie und derbem Witz, zwischen Zeit und Raum, zwischen irgendwanngestern und irgendwoheute. Kein Wunder, daß so ein Künstler allergisch auf den USA-Präsidenten reagiert.
Der (nun nicht mehr) nominierte Film ist übrigens der dritte Teil einer Trilogie, die mit "Wolken ziehen vorüber" (1996) begann und mit "Der Mann ohne Vergangenheit" (2002) fortgesetzt wurde. Es geht um einen einsamen Wachmann, der selbst ins Gefängnis kommt. In der nächsten Woche ist er auf den Hofer Filmtagen zu sehen.
(Hanno Harnisch)
Meinst Du jetzt den Laitakaupungin valot? Wenn ja, ich will's habenHans schrieb am 27.10.2006 09:59
Den Film gibts nun auch auf DVD, fuern knappen Zwanni. Mag den wer haben ?
Der lief gerade im TV und ich hab durchgehalten. Wer wollte denn noch Akis Filme "verstehen"?hullu poro hat geschrieben:das gute an Kaurismäki-Filmen ist ja, das meistens nicht viel geredet wird, dh ich habe chance auf verstehen ;)