Aus diepresse.com:
Finnland: Größte Supermarktkette halbiert Preise
Die Preise für bestimmte Grundnahrungsmittel wurden massiv gesenkt. Ein Grund dafür dürften auch die Russland-Sanktionen sein.
19.01.2015 | 16:00 | (DiePresse.com)
Die größte Supermarktkette Finnlands, die S-Gruppe, senkt die Preise auf bestimmte Grundnahrungsmittel um bis zu 50 Prozent. Das betrifft vor allem Milchprodukte, aber auch Brot, Mehl und einige Fleischprodukte. Die S-Gruppe folgte damit am Montag der Konkurrenzkette Kesko, die ihre Preise auf ähnliche Waren bereits im November letzten Jahres gesenkt hatte. Während die S-Gruppe nicht von einem Preiskrieg sprechen will, sehen Wirtschaftskommentatoren in Finnland vor allem die sinkende Kaufkraft der Konsumenten als Grund für die starken Preissenkungen.
Die S-Gruppe verfügt in Finnland über einen Marktanteil von über 47 Prozent. Kesko hielt zuletzt bei 34 Prozent. Die drittgrößte Supermarktkette in Finnland ist der deutsche Diskonter Lidl mit knapp sieben Prozent Marktanteil. Die schlechte Wirtschaftslage spielt dem Diskonter in die Hände und bringt die beiden Platzhirsche Kesko und S-Gruppe unter Druck. Lidl konnte seinen Jahresumsatz 2013 um 26 Prozent steigern, Kesko konnte lediglich ein und die S-Gruppe lediglich 3,3 Prozent Umsatzsteigerung verzeichnen. Die Nachfrage nach Nahrungsmitteln ist in den letzten drei Jahren um 0,6 bis 0,8 Prozent gesunken. Das finnische Finanzministerium geht davon aus, dass die Nachfrage 2015 auf niedrigem Niveau stagnieren wird.
Für die sinkenden Preise bei Nahrungsmitteln, vor allem bei Milchprodukten, spielen aber auch die Russlandsanktionen der EU eine Rolle: durch den Wegfall des wichtigsten Exportmarktes im Osten herrscht in Finnland ein Überangebot dieser Waren. (APA/red.)
http://diepresse.com/home/wirtschaft/in ... ert-Preise
Aus der standard.at:
Finnische S-Gruppe halbiert Preise
19. Jänner 2015, 10:10
Starker Wettbewerb, sinkende Kaufkraft und Russland-Sanktionen setzen Finnlands größter Supermarktkette zu
Helsinki - Die größte Supermarktkette Finnlands, die S-Gruppe, senkt die Preise auf bestimmte Grundnahrungsmittel um bis zu 50 Prozent. Das betrifft vor allem Molkereiprodukte, aber auch Brot, Mehl und bestimmte Fleischprodukte. Die S-Gruppe folgte damit am Montag der Konkurrenzkette Kesko, die ihre Preise auf ähnliche Waren bereits im November gesenkt hatte.
Während die S-Gruppe nicht von einem "Preiskrieg" sprechen will, sehen Wirtschaftskommentatoren in Finnland vor allem den starken Wettbewerb unter den Nahrungsmittelversorgern, aber auch die sinkende Kaufkraft der Konsumenten als Grund für den Schritt der S-Gruppe
Diese verfügt in Finnland über einen Marktanteil von über 47 Prozent. Kesko hielt zuletzt bei 34 Prozent. Die drittgrößte Supermarktkette in Finnland ist die deutsche Diskonterkette Lidl mit annähernd sieben Prozent. Für die sinkenden Preise vor allem bei Milchprodukten dürften auch die Russland-Sanktionen der EU eine Rolle spielen. Durch den temporären Wegfall des wichtigsten Exportmarktes im Osten herrscht in Finnland ein Überangebot dieser Waren. (APA, 19.1.2015)
http://derstandard.at/2000010577886/Fin ... se?ref=rss
Und auch die kleinezeitung.at berichtet darueber:
Preiskrieg: Nahrungsmittel um die Hälfte billiger
Es ist ein Nebenprodukt der Sanktionen gegen Russland: Die zweitgrößte Handelskette in Finnland senkte bereits im November Preise auf Nahrungsmittel drastisch. Jetzt zieht die größte Supermarktkette nach
Die größte Supermarktkette Finnlands, die S-Gruppe, senkt die Preise auf bestimmte Grundnahrungsmittel um bis zu 50 Prozent. Das betrifft vor allem Molkereiprodukte, aber auch Brot, Mehl und bestimmte Fleischprodukte. Die S-Gruppe folgte damit am Montag der Konkurrenzkette Kesko, die ihre Preise auf ähnliche Waren bereits im November gesenkt hatte.
Während die S-Gruppe nicht von einem "Preiskrieg" sprechen will, sehen Wirtschaftskommentatoren in Finnland vor allem den starken Wettbewerb unter den Nahrungsmittelversorgern, aber auch die sinkende Kaufkraft der Konsumenten als Grund für den Schritt der S-Gruppe.
Diese verfügt in Finnland über einen Marktanteil von über 47 Prozent. Kesko hielt zuletzt bei 34 Prozent. Die drittgrößte Supermarktkette in Finnland ist die deutsche Diskonterkette Lidl mit annähernd sieben Prozent. Für die sinkenden Preise vor allem bei Milchprodukten dürften auch die Russland-Sanktionen der EU eine Rolle spielen. Durch den temporären Wegfall des wichtigsten Exportmarktes im Osten herrscht in Finnland ein Überangebot dieser Waren.
http://www.kleinezeitung.at/s/wirtschaf ... r?from=rss
Und noch ein Artikel aus der nzz.ch
Es geht zwar nicht direkt um die Sanktionen, aber um die angespannte Lage:
Veränderte Bedrohungslage
Schweden und Finnland planen Militärkooperation
Rudolf Hermann, Stockholm 19.1.2015, 05:30 Uhr
Angesichts einer neuen Bedrohungslage im Ostseeraum wollen Schweden und Finnland im Verteidigungsbereich enger zusammenarbeiten. Der Abschluss eines formalen Bündnisses oder gar ein Nato-Beitritt steht dabei aber nicht zur Diskussion.
Schweden und Finnland, die im Gegensatz zu ihren nordischen Nachbarn Norwegen und Dänemark beide nicht Mitglied der Nato sind, planen eine engere Zusammenarbeit im Bereich der Verteidigung. Der schwedische Verteidigungsminister Peter Hultqvist sagte anlässlich einer unlängst abgehaltenen Sicherheitskonferenz gegenüber dem schwedischen Rundfunk (SR), er und sein finnischer Amtskollege Haglund verstünden diesen Schritt als Reaktion auf ein aggressiveres Auftreten Russlands. Um ein Bündnis mit gegenseitiger Beistandspflicht handle es sich aber nicht.
Diskussion angestossen
Russland reagierte laut dem Bericht des SR wenig erfreut. Ein Militärjournalist erklärte im Gespräch mit der Station , Moskau betrachte militärische Zusammenarbeit europäischer Nato-Staaten als gegen sich gerichtet. Eine engere Kooperation von Schweden und Finnland, die seit dem Nato-Gipfel in Wales in einem Sonderverhältnis zur Allianz stünden, betrachte man entweder als Vorstufe zu einem Nato-Beitritt oder aber als Schritt zur Bildung eines bilateralen Bündnisses.
Weder die schwedische noch die finnische Regierung haben eine Eingliederung in den Nordatlantikpakt jedoch explizit im Programm. In beiden Ländern ist indes – in Finnland nicht zuletzt mit Blick auf die nahenden Parlamentswahlen – die Frage in breiteren politischen Kreisen aufs Tapet gekommen. Die Nato-skeptischen finnischen Parteien befürworten die Durchführung einer Konsultativabstimmung in der Bevölkerung. Gestützt auf Umfrageergebnisse gehen sie davon aus, dass ein Nato-Beitritt abgelehnt würde.
In Schweden wurde die Diskussion unlängst durch die neue Chefin der Moderaten (Konservativen), Anna Kinberg Batra, angestossen. Beim traditionellen Meinungsaustausch der Parteivorsitzenden nach Neujahr sagte sie, zumindest müsse das Thema im Rahmen einer offiziellen Studie zur Sprache gebracht werden. Der Vorsitzende der Liberalen, Björklund, stiess ins gleiche Horn: Im Kurs Russlands liege der Grund, weshalb die Nato-Frage an Aktualität gewonnen habe. Von den sechs Parteien, die an der sogenannten Dezember-Übereinkunft zur politischen Stabilisierung beteiligt seien, unterstützten deren vier die Ausarbeitung einer Studie, nämlich die Parteien der bürgerlichen Oppositionsallianz. Sie verträten dabei mehr Wähler als die Parteien, die dagegen seien. Verteidigungsminister Hultkvist kommentierte diesen Vorstoss jedoch trocken als «nicht aktuell».
Die Oppositionsparteien können sich dabei auf einen gewissen Stimmungswandel in der schwedischen Bevölkerung berufen: In zumindest einer der jüngst durchgeführten Meinungsumfragen hat ein Nato-Beitritt erstmals eine – wenn auch hauchdünne – relative Mehrheit von Befürwortern gefunden. In anderen Erhebungen überwogen hingegen nach wie vor die Nato-Skeptiker.
Verteidigungspolitik ist einer der Bereiche, in denen die links-grüne schwedische Minderheitsregierung ihre Arbeit vermehrt mit der Oppositionsallianz koordinieren will, um tragfähige Ergebnisse zu erreichen und sich im Parlament nicht den Launen der rechtsnationalen Schwedendemokraten aussetzen zu müssen. Diese bilden angesichts der beiden ungefähr gleich starken Blöcke links und rechts der Mitte, die allein jedoch keine Mehrheit stellen, das Zünglein an der Waage. Mit der Dezember-Übereinkunft zwischen den grossen Blöcken sollen die Schwedendemokraten daran gehindert werden, die Politik des Landes entscheidend mitzubestimmen.
Dass sich die Regierung und die bürgerliche Opposition bei der strategischen Ausrichtung der Verteidigungspolitik nun bereits in den Haaren liegen, zeigt, wie kompliziert die Umsetzung des Dezember-Abkommens in die Praxis sein wird. Vor diesem Hintergrund ist kaum zu erwarten, dass das Parlament zu einem «positiven und konstruktiven Geist» findet, wie ihn sich der grüne Parlamentarier Dalunde für die Verabschiedung einer verteidigungspolitischen Grundsatzerklärung erhofft.
http://www.nzz.ch/international/europa/ ... 1.18463717