Loja schrieb am 28.04.2006 12:09
Andererseits finde ich F als Amtssprache auch legitim, weil F Gründungsmitglied war, Sitz der EU-Kommission Brüssel ist (somit F-sprachig), das Europäische Parlament in Strasbourg ist.

Naja, Deutschland ist auch Gründungsmitglied und Deutsch ist erst seit ein paar Jahren Arbeitssprache der EU. Die Niederlande sind auch Gründungsmitglied er EU, ebenso wie Italien, deren Sprachen keine Arbeitssprachen der EU sind. Das sind doch nur die typischen ungerechtfertigten Sonderrollen für die Franzosen, die nicht einsehen wollen, das ihre Sprache keine Weltsprache mehr ist.
Eigentlich ist die Dreisprachigkeit in Ordnung: E als Weltsprache, F, weil die meisten wichtigen Eu-Institutionen auf F-sprachigen Boden liegen und D, weil 38% der Eu-Bürger D sprechen.
Brüssel ist nicht NUR französischsprachig. In Brüssel sind NL und F gleichberechtigte Amts- und Verkehrssprachen. Es wohnen jedoch mehr französischsprachige Einwohner in Brüssel.
Von daher müsste NL auch Arbeitssprache der EU sein. ;)
Was ich nicht verstehe, warum die Finnen ihre Dokumente nicht sofort auf Englisch schreiben! Ist doch viel sinnvoller, dann hat man von vorneherein eine Sprache, die jeder versteht und die man nur noch ins Französische und Deutsche übersetzen muss. Das ist doch wohl kein Problem, da man ja ohnehin auf Englisch verhandelt.
Ich bin auch der Meinung von Risto und Tuisku, dass es mehr Sinn macht und es weniger Missverständnisse gibt, wenn einzig eine Sprache Arbeitssprache der EU ist. Hier kämen eigentlich nur Deutsch und Englisch in Frage. Da Englisch als Weltsprache vorherrscht und nahezu alle Westeuropäer Englisch mehr oder weniger beherrschen, sollte die EU-Arbeitssprache auch Englisch sein.
Über Deutsch als Arbeitssprache kann man sicherlich diskutieren. Fakt ist, Deutsch ist vor allem in den neuen EU-Ländern (Baltikum, Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn) aber auch in Skandinavien und in Benelux eine sehr wichtige Sprache, oft sogar noch wichtiger als Englisch.
Über Französisch lässt sich streiten, meiner Meinung nach macht es keinen Sinn, Französisch als Arbeitssprache zu nehmen, da diese Sprache nur die Franzosen und nur z. T. die Belgier (61% der belgischen Bevölkerung sprechen NL/D) und Luxemburger (auch D) benutzen.
Die Deutschen hätten wohl weniger Probleme damit, wenn man sagen würde, Englisch wird die einzige Arbeitssprache der EU. Die Franzosen würden doch aus Protest aus der EU austreten.

Franzosen eben.