Solo-Rucksacktour. Geht das?

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jadisi
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Solo-Rucksacktour. Geht das?

Beitrag von jadisi » #1 »7. Aug 2010 20:07

Hallo zusammen,
ich habe nun schon seit einiger Zeit (ca. 2 Jahren) den nicht enden wollenden Traum davon, alleine mit dem Rucksack Finnland zu durchstromern, und zwar am liebsten so naturverbunden, wie irgend möglich. Daher möchte ich gerne auch die Nächte mit Wildcamping verbringen.
Jetzt ist meine Frage, ob so etwas möglich ist (und ob das schonmal einer von euch gemacht hat) oder ob ihr eher sagen würdet, dass es zu gewagt und zu gefährlich ist ganz alleine für 2-3 Wochen durch die Wildnis zu tigern.

Ich danke schonmal im Voraus für eure Antworten.

PS: Natürlich wäre diese Tour für den Sommer angesetzt.
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Tenhola
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Re: Solo-Rucksacktour. Geht das?

Beitrag von Tenhola » #2 »7. Aug 2010 21:34

Zuerst einmal willkommen im Forum.

Das geht eigentlich ohne Probleme wenn man einige Regeln beachtet und natuerlich die Voraussetzungen mitbringt.

Was vestehst Du unter Wildnis? Es gibt vor allem im Norden verschieden schöne Wildnisgebiete. Man kann auf Trampelpfaden wandern oder eben querfeldein duch die Wildnis. Als Regel gilt jedoch, dass man in weglosen Gebieten nicht ganz alleine wandern sollte. In einer Notsituation ist es dann sehr Schwierig jemanden zu finden, da man ja eigentlich erst vermisst wird, wenn man nicht mehr nach Hause zurückkehrt. Man muss auch bedenken, dass das Handy in solchen Gebieten nur bedingt funktioniert.
Die Handhabung von Karte und Kompass ist eine Voraussetzung, auch wenn man ein GPS benutzt.
Persönlich mache ich Solotouren seit zig-Jahren, wobei ich den Herbst dem Sommer vorziehe. Ich liebe die Herbstfarben (Ruska) in Lappland und es ist garantiert mückenfrei.
Du schreibst von 2-3 Wochen. Meinst Du an einem Stück oder mit Unterbruch? Je länger man unterwegs ist, desto mehr Proviant und Brennstoff muss man tragen.
Hast Du schon eine Vorstellung, in welcher Gegend von Finnland die Wanderung stattfinden soll?

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Re: Solo-Rucksacktour. Geht das?

Beitrag von jadisi » #3 »8. Aug 2010 13:02

Ja, also mit dieser "Wildnis-Tour" meine ich einfach, dass ich möglichst die gesamte Zeit in der Natur verbringen möchte. Ob ich mich dabei auf Wanderwegen oder querfeldein bewege, ist mir relativ egal. Ich würde denke ich sogar die Wanderwege vorziehen aus eben jenem von dir genannten Grund.
Über den genauen Ort an dem ich mich aufhalten würde bin ich mir noch nicht im Klaren. Hast du vielleicht einen Vorschlag? Auch über die länge des Aufenthalts bin ich mir noch nicht sicher. Vielleicht überschätze ich mich auch mit 2-3 Wochen. Würde 1 Woche oder 10 Tage besser sein?

Natürlich habe ich schon einiges an Wander- und Zelterfahrung, doch bis jetzt habe ich noch nie eine solche Tour auf eigene Faust gemacht. Daher wüsste ich auch gern, was man an Proviant und Klamotten etc. so alles mitnehmen muss (und wie viel Kilo man maximal über mehrere Tage mit sich tragen sollte).

Tut mir leid, wenn das so viele Fragen sind, aber ich denke du kannst mein Interesse nachvollziehen ;)
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Re: Solo-Rucksacktour. Geht das?

Beitrag von Omega » #4 »8. Aug 2010 13:14

Hier mal was zum Solowandern im Forum: http://www.finnland-forum.de/viewtopic.php?f=28&t=1611

Du hast solch eine Tour noch nie gemacht, und hast 2-3 Wochen vor. Ob das funktioniert??? Ja, eine Woche oder 10 Tage sind eher machbar. Ruhetag einbezogen.
Und von querfeldein ist abzuraten, gerade alleine.
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Re: Solo-Rucksacktour. Geht das?

Beitrag von Tenhola » #5 »8. Aug 2010 14:52

Meine "Spielwiese" ist Lappland und dort eher der östliche Teil. Dort oben gibt es diverse schöne Wandergebiete mit guten Pfaden und Markierungen. Du wirst aber auch dort auf diesen Routen kaum jemanden treffen und man ist alleine unterwegs. Auf einigen Strecken gibt es im Abstand von 15 - 20 Km. offene Huetten wo man uebernachten kann aber wer nicht in der Huette schlafen will (wie ich) stellt einfach sein Zelt auf.
Bei Solotouren fällt natuerlich das Gewicht meist etwas höher aus, da man ja alles selber tragen muss und Gemeinsames wie Zelt, Kocher, Brennstoff usw. nicht teilen kann. Es ist also zum Vorteil zB.ein leichtes Zelt mitzufuehren.
Ich meine Touren von einer Woche reichen völlig aus und dann kann man das Gebiet wechseln und sich wieder mit Proviant eindecken.
Wenn man nicht mit dem Auto anreist, sollte man sich gut vorbereiten und vorher die ÖV studieren, da die Ausgangspunkte fuer die Touren oft weiter entfernt sind.

Ein paar Vorschläge:

UKK (Urho Kekkonen Nationalpark).
Dieser Park ist sehr geeignet fuer Leute ohne Auto, da es zum Startpunkt gute ÖV gibt.
Man kann dort kleinere Touren durchfuehren oder den ganzen Park durchqueren.

Hier ein paar Bilder von meiner UKK-Tour 2009
http://de.wikipedia.org/wiki/Urho-Kekkonen-Nationalpark
http://www.outdoors.fi/page.asp?Section=5392

Lemmenjoki Nationalpark
Bus zum Ausgangspunkt.
Fuer die erste Etappe, wuerde ich den Bootsservice empfehlen.

Bilder von meinen Touren in den 80er Jahren.
http://de.wikipedia.org/wiki/Lemmenjoki-Nationalpark
http://www.luontoon.fi/page.asp?Section=5076

Kevo Naturreservat
Mit ÖV zu erreichen, die direkte Wanderung ist 65 Km. und keine Rundwanderung. Man kann aber auch eine 86,5 km. Rundwanderung machen

http://www.luontoon.fi/page.asp?Section=9984
Hier findest Du viele Bilder vom Kevo

Es gibt natuerlich noch unzählige andere Wandergebiete in Lappland bzw. ganz Finnland
und Du kannst Dir hier mal einen Ueberblick verschaffen.

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Re: Solo-Rucksacktour. Geht das?

Beitrag von jadisi » #6 »9. Aug 2010 16:34

Super!
Vielen, vielen Dank für die ausführliche Antwort. Damit hast du mir wirklich sehr weitergeholfen!!

Nun hab ich aber doch noch ein paar Fragen:
1.Wie sieht das aus mit dem Gewicht? Weil, wenn ich ein 1-Mann-Zelt, Isomatte, Schlafsack, Klamotten aller Art, Handtuch und sonstige Ausrüstung mit mir herumschleppe, dann kommen da doch mit Sicherheit einige Kilos zusammen.
2.Würdest du sagen, dass der Sommer allein nur geeignet ist für eine solche Tour, oder geht so etwas auch im April oder Oktober? Die Temperaturen dürften da ja schon relativ niedrig sein, oder?
3.Wie lange braucht man denn von der jeweiligen Stadt, von wo Flüge nach Deutschland gehen, mit den ÖV in die National Parks? Und wie sieht das mit den ÖV preislich aus?

Nochmal herzlichen Dank für deine Antwort :)

Janis
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Re: Solo-Rucksacktour. Geht das?

Beitrag von Kathi » #7 »9. Aug 2010 18:11

Hallo Janis,
ich würde als Gewicht für Gepäck und Proviant 20kg+x annehmen, wobei das immer davon abhängt, für wie viele Tage du Proviant mitnimmst, in welcher Form dieser vorliegt, in welcher Jahreszeit du wanderst (Winterklamotten sind schwerer als Sommerklamotten) und wie viel "unnützes Extrazeug" du mit dir rumschleppst. Deshalb ist es sehr wichtig, dass du einen guten Rucksack hast, dann fällt dir das Gewicht gar nicht mehr groß auf. :lol:
Du kannst so eine Tour eigentlich immer machen, obwohl ich dir von einer Wintertour abraten würde, nicht alleine. Wenn du wirklich nach Lappland willst kann es im April und Oktober dort durchaus Schnee geben. Ich bin im letzten Herbst auf dem Karhunkierros im Oulanka Nationalpark gewandert und da hat es Anfang Oktober geschneit.
Diese Tour könnte ich dir empfehlen, da sie recht "Anfängertauglich" ist. Ich fand die Reisezeit im September/Anfang Oktober letztes Jahr optimal, keine Mücken, relativ wenig andere Leute unterwegs, aber noch nicht zu kalt. Zu der Tour kommst du auch gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Du kannst z.B. mit Air Baltic einen Flug nach Kuusamo recht günstig bekommen, von dort aus ist es dann noch eine gute Stunde mit dem Bus zum Startpunkt.
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Tenhola
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Re: Solo-Rucksacktour. Geht das?

Beitrag von Tenhola » #8 »9. Aug 2010 20:18

1.Wie sieht das aus mit dem Gewicht? Weil, wenn ich ein 1-Mann-Zelt, Isomatte, Schlafsack, Klamotten aller Art, Handtuch und sonstige Ausrüstung mit mir herumschleppe, dann kommen da doch mit Sicherheit einige Kilos zusammen.
Da stellt sich mal die Frage, ob Du zu den "Normalen-" oder UL-Fraktion gehörst. Ich gehöre immer noch zu den "Normalen", da meine Ausruestung zum Teil über 30 Jahre alt ist.
Eine UL-Ausrüstung ist ausser dem niedrigeren Gewicht vor allem an den meist hohen Preisen zu messen.
Da man generell zu viel mitnimmt habe ich über Jahre gelernt, was man wirklich braucht und was unnötig ist bzw. unter "nice to have" fällt.
Einige UL-Gegenstände habe ich mir auch zugelegt, wie zB. Zelt, Kocher (Gas), und Handtuch.
Esswaren sind natürlich auch etwas Geschmackssache, aber da verwende ich hauptsächlich die leichten fertigen Nudelgerichte, welche auch mit wenig Brennstoff gekocht werden können.
Mach Dir einfach mal eine Ausrüstungsliste mit Gewichtsangaben, dann siehst Du wieviel Du zu tragen hast und kannst ev. das Unnötige streichen.
2.Würdest du sagen, dass der Sommer allein nur geeignet ist für eine solche Tour, oder geht so etwas auch im April oder Oktober? Die Temperaturen dürften da ja schon relativ niedrig sein, oder?
Ich beziehe mich in den folgenden Sätzen auf das eher nördlichere Lappland.
April ist für Lappland viel zu früh, ausser Du willst eine Skitour machen. Dann ist das eine geeignete Zeit. Ein paar Bilder vom April.
Der Mai ist an und für sich eher ungeeignet, durch die Schneeschmelze ist alles nass, bzw steht teilweise unter Wasser. Auch kleinere Fliessgewässer sind wegen hohem Wasserstand kaum passierbar.
Juni und Juli sind hauptsächlich geeignet für Moskitoresistente, wobei das Gebiet auch eine Rolle spielt. Persönlich rate ich eher davon ab.
August (ab ca. Mitte) und September sind meine Favoriten und die eigentliche Wanderzeit in Lappland. Da erscheint die Natur in allen Farben (Ruska), es ist nicht zu heiss und die Moskitos sind weg.
Oktober ist schon zu spät. Die Gewässer beginnen zu gefrieren und Schnee ist angesagt. Die Temperaturen liegen meist schon im Minusbereich.
Es gibt natürlich auch etwas südlichere Gebiete, wie den von Kathi beschriebenen Karhunkierros im Oulanka Nationalpark. Im Sommer ist dieser Park etwas überlaufen.
3.Wie lange braucht man denn von der jeweiligen Stadt, von wo Flüge nach Deutschland gehen, mit den ÖV in die National Parks? Und wie sieht das mit den ÖV preislich aus?
Von DE aus kann man zB. mit der Ryanair nach Tampere fliegen und dann mit dem Zug bis Rovaniemi. Von dort geht es dann weiter mit dem Bus.

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Re: Solo-Rucksacktour. Geht das?

Beitrag von Kathi » #9 »10. Aug 2010 05:07

Tenhola hat geschrieben: Von DE aus kann man zB. mit der Ryanair nach Tampere fliegen und dann mit dem Zug bis Rovaniemi. Von dort geht es dann weiter mit dem Bus.
Oder wie gesagt AirBaltic, damit kommt man auch direkt nach Rovaniemi oder Kuusamo, und man kommt auch besser aus Deutschland weg (fliegt von auch von München, Ddorf, Franktfurt, Ryanair nur Frankfurt-Hahn und Bremen). Ist zwar auch ein typischer Billigflieger, aber dafür kommt man schon günstig nach Finnland.
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Re: Solo-Rucksacktour. Geht das?

Beitrag von jadisi » #10 »11. Aug 2010 12:22

Ok. Der Tipp mit AirBaltic scheint ganz interessant zu sein und auch der Hinweis, dass Lappland am besten im Spätsommer bis September zu Bereisen ist, klingt plausibel. Danke also dafür an euch beide.

Es kommt mir allerding immernoch ständig ein weiteres "Problem" in den Kopf, welches höchstwahrscheinlich äußerst unberechtig ist, mir dennoch Kopfschmerzen bereitet (Obwohl es schon einen Treat dazu gibt, finde ich die darin zufindlichen Antworten nur wenig zufriedenstellend, deshalb frage ich hier noch einmal):
Muss man sich Sorgen um ein plötzliches Aufeinandertreffen mit Bären in Lappland und auch im restlichen Finnland machen?
Und stimmt es, dass man um sich zu schützen möglichst ein Glöckchen oder sowas mit sich herumschleppen sollte, um die Bären quasi zu "warnen", dass man gleich um die Ecke kommt?

Wie gesagt, vielleicht ist diese Sorge unberechtigt, aber ich würde zumindest gerne Klarheit darüber haben.

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Re: Solo-Rucksacktour. Geht das?

Beitrag von Sapmi » #11 »18. Aug 2010 10:09

Vieles haben Kathi und Tenhola ja schon beantwortet.
Die von Tenhola genannten Wandergebiete eignen sich schon mal ganz gut, weitere findet man am besten unter www.luontoon.fi (auch auf englisch).

Ich bin selbst auch seit Jahren jeden Sommer allein in Nord-FIN unterwegs und finde das ganz prima. :D

Als beste Wanderzeit für den Norden würde ich auch so ab Anfang August raten. Bis mindestens Mitte August hast Du zumindest in den nördlicheren Gebieten auch noch sehr helle Nächte, d.h. die Sonne geht zwar schon für ein paar Stunden unter, aber irgendwie doch so flach (also kommt noch nicht so extrem weit unter den Horizont), dass es selbst um Mitternacht (bzw. 1 Uhr wegen Sommerzeit) nicht ganz stockdunkel ist, sondern nur eben so'n bisschen duster/dämmrig.
September soll aber halt wegen der Farben auch sehr schön sein.
jadisi hat geschrieben:
Muss man sich Sorgen um ein plötzliches Aufeinandertreffen mit Bären in Lappland und auch im restlichen Finnland machen?
Nö.
Ich verscuche es selbst immer wieder, d.h. ich war dieses Jahr auch gerade wieder in 2 Gegenden unterwegs, in denen es wohl jeweils recht viele Braunbären gibt, aber die Petze zeigen sich einfach nicht.
Also eine Gefahr besteht da eigentlich nicht. Theoretisch könnte es evtl. gefährlich werden, wenn Du plötzlich versehentlich zwischen eine Bärenmutter und deren Junge gerätst, aber sowas ist ja auch recht unwahrscheinlich. D.h. da musst Du schon durch sehr dichten Wald laufen. Also wenn Dir da mal irgendwo unwohl sein sollte, kannst Du ja einfach ein bisschen "Krach" machen. Eine Bärenglocke fände ich dort allerdings wirklich übertrieben. Wie wäre es z. B. mit Singen? :mrgreen: (ist ja sowieso nur relevant, wenn weit und breit kein anderer Mensch rumläuft). Oder mit den Wanderstöcken klappern (die ich Dir übrigens ganz allgemein sowieso empfehlen würde).
Ich hab jedenfalls den Eindruck, dass die Bären dort schon sehr kleine Geräusche gut wahrnehmen bzw. einen eben auch schon von weitem riechen und sich dann gleich aus dem Staub machen. Prinzipiell hat der (nordeuropäische Braun-)bär viel mehr Angst vor'm Menschen als umgekehrt.
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Re: Solo-Rucksacktour. Geht das?

Beitrag von jadisi » #12 »18. Aug 2010 13:06

Ok,
danke Sapmi.

Eine Sache, die mir jetzt noch in den Kopf gekommen ist, ist das Problem der Verpflegung. Essen mitzunehmen dürfte ja nicht sooo die große Sache sein, da man ja mit einem Gaskocher, einigen Fertiggerichten und ein paar Corni-Riegeln schon sehr platzsparend und gewichtsarm auskommt. Doch sehe ich viel eher das Problem im Transportieren von Wasser. Wenn man jetzt 3 oder 4 Tage durch einen Nationalpark tigert, wo es ja höchstwahrscheinlich (und hoffentlich) zu einsam für einen Supermarkt ist, benötigt man zusammengerechnet mindestens 8 Liter Wasser. Diese immer mit sich zu schleppen halte ich für äußerst mühselig, wenn nicht gar unmöglich (wenn man bedenkt, was man sonst noch so alles an Gepäck dabei hat).
Jetzt ist meine Frage, ob man sich ohne Bedenken an den in Finnland nun einmal zu Hauf vorkommenden Seen und Bächen bedienen kann/sollte.
Oder falls du eine bessere Methode hast, die mir noch nicht in den Sinn gekommen ist, dann immer raus mit der Sprache ;)

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Re: Solo-Rucksacktour. Geht das?

Beitrag von Sapmi » #13 »18. Aug 2010 14:36

jadisi hat geschrieben: benötigt man zusammengerechnet mindestens 8 Liter Wasser. Diese immer mit sich zu schleppen halte ich für äußerst mühselig,
Stimmt, und unnötig.
jadisi hat geschrieben: Jetzt ist meine Frage, ob man sich ohne Bedenken an den in Finnland nun einmal zu Hauf vorkommenden Seen und Bächen bedienen kann/sollte.
Das kann man getrost, d.h. zumindest im Norden ist es überhaupt kein Problem. Bei fließenden Gewässern kann man das Wasser normalerweise problemlos ungekocht trinken, bei Seen zum Teil auch, aber wenn man auf Nummer sicher gehen will, kocht man das Seewasser lieber doch vorher ab. Von Tümpeln ohne Zu- und Abfluss sollte man aber nach Möglichkeit die Finger lassen.
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Bombe
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Re: Solo-Rucksacktour. Geht das?

Beitrag von Bombe » #14 »27. Aug 2010 22:26

Hey,

auch ich plane momentan ein wenig mit Lappland herum - das passt hier ganz gut rein, deswegen wollt ich kein neues Thema eröffnen.
Bin in Tampere ein Erasmusstudent bis Februar nächsten Jahres und immer auf der Suche nach guten Reisezielen.
Bin auch ziemlich naturverbunden - und habe aber wegen der Studienzeit eigentlich nur einmal eine Woche Zeit wo es sich lohnt nach Lappland zu fahren (auf den Erasmus Trip mit einem Pulk partylustiger "Studenten" an einem Wochenende mit dem Bus und anschließender Sauftour in Rovaniemi kann ich gerne verzichten)
Das ist leider erst zwischen 16. - 24. Oktober möglich - wie gut kann man dann in Lappland noch wandern? Habe mir vorhin auf Outdoors.fi schon diverse Wandertouren angesehen - aber speziell das Thema: Mit öffentlichen hingekommen - sieht UKK schon verlockend aus....ist dies so spät noch möglich?
Auch habe ich momentan kein Zelt in Finnland - aber einen warmen Schlafsack (-18°C max) - könnte mir bis Oktober noch eins mitbringen lassen...würde Hütten aber bevorzugen. Sonst irgendwelchen guten Ideen um Lappland Mitte Oktober am besten erleben zu können?

Ich hätte auch nichts dagegen, wenn sich jemand mir anschließen möchte ;-) - den wandern tue ich lieber auch zu 2, schon alleine um eine andere Meinung bei Problemlösungen zu haben - aber zur Not fahre ich auch alleine (unter dem partyverrückten Studentenvolk hier findet man eh nur sehr wenige, die sich für was anderes als die allabendliche Sauftour interessieren :roll: )

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Re: Solo-Rucksacktour. Geht das?

Beitrag von Tenhola » #15 »27. Aug 2010 23:41

Wie ich weiter oben schon geschrieben habe, ist der Oktober vor allem in der zweiten Hälfte schon echt spät. Viele Gewässer, auch Fliessgewässer können nach persönlicher Erfahrung schon gefroren sein. Man muss ja auch im UKK ab und zu mal ein Gewässer durchwaten und wenn es dann gefroren ist, trägt das Eis allerdings noch nicht und mit nackten Füssen ist es auch sehr kalt. Die Natur sieht auch nicht mehr verlockend aus, den das Laub ist schon lange von den Bäumen. Schnee ist auch keine Seltenheit in dieser Region. Tageslicht ist von ca.8:30 bis ca.17:00 Uhr. Durchschnitts-Temperatur -1.19 Grad.
Der einzige Vorteil wird sein, dass Du die Hütten für Dich alleine haben wirst. Die Tagesetappen von Hütte zu Hütte betragen rund 15 Km., machmal auch etwas weniger. Ein kleines Zelt habe ich immer dabei, denn wenn man das Tagesziel mal nicht erreicht, ist das sehr hilfreich. Ein guter Schlafsack ist für diese Jahreszeit unabdingbar, weil man ja eben auch mal draussen schlafen muss.

Meine Tour im UKK September 2009

Du wohnst übrigens ziemlich in der Nähe. :D

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