Föglötunnel (Fasta Åland - Föglö)

Ein Inselgewirr wie aus Tausend und einer Nacht: Landfetzen, Wasserzungen, Bäume im Meer, rauhes Urgestein, Blau so weit das Auge reicht. Ein wunderbares Chaos aus Wasser und Land!

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Klaus
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Föglötunnel (Fasta Åland - Föglö)

Beitrag von Klaus » 8. Nov 2005 14:06

Auf Åland ist seit längerem ein Tunnel zwischen dem åländischen Festland (Hauptsinsel) und der Schäreninsel Föglö im Gespräch, der die Fährlinie (Fahrzeit etwa 20 Min.) überflüssig machen soll.

Jetzt hat die åländische Regierung eine geologische Untersuchung des Gesteins für das Jahr 2007 vorgeschlagen. Diese geologische Untersuchung des Meeresbodens ist eine Voraussetzung für den Bau des Tunnels. Die Untersuchung kostet rund 1 Million Euro, von der EU werden 60 - 70% übernommen. Wenn die Unebenheiten des Gesteins zu groß sind oder zu viele Spalten im Gestein sind, würde ein Tunnel zu teuer werden.

Wenn aber alles gut geht, soll der Tunnel im Jahre 2012 fertig sein. Finanzieren würde er sich durch den Wegfall der Fährkosten, die die åländische Regierung zum Großteil trägt. Verkehrsminister Runar Karlsson (C) rechnet mit einer Abschreibungszeit von 30 Jahren. Wo der Tunnel gebaut wird, steht bis heute nicht fest. Noch stehen mehrere Alternativen zur Auswahl. Die kürzeste Alternative wäre von Westföglö nach Südlemland.
Zuletzt geändert von Klaus am 9. Mai 2007 17:00, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Föglötunnel (Fasta Åland - Föglö)

Beitrag von ulli » 8. Nov 2005 21:26

Klaus schrieb am 08.11.2005 14:06
von der EU werden 60 - 70% übernommen.
Wieso übernimmt die EU da Kosten? Sind die Åland-Inseln nicht EU-Ausland?
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Re: Föglötunnel (Fasta Åland - Föglö)

Beitrag von poro » 8. Nov 2005 22:08

Hä!? Die gehören doch zu Finnland!
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Re: Föglötunnel (Fasta Åland - Föglö)

Beitrag von Naali » 9. Nov 2005 15:51

Åland ist wie Finnland seit dem 1. Januar 1995 Vollmitglied der Europäischen Union. Dem Beitritt ging jedoch eine Volksabstimmung voraus, bei der sich 74 Prozent für eine EU-Mitgliedschaft aussprachen. In einem speziellen Protokoll wurden jedoch die Selbstverwaltung und die Erwerbsmöglichkeiten abgesichert. So sind die Bestimmungen des "Heimatrechtes" auch in der EU rechtsgültig. Außerdem stehen die Åland-Inseln außerhalb der Steuerunion, so dass auch die EU-Direktiven zur indirekten Besteuerung dort nicht umgesetzt werden. Die Åland-Inseln haben einen eigenen Vertreter im Rat der Regionen sowie einen Sonderbeauftragten in der EU-Vertretung Finnlands in Brüssel.
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Re: Föglötunnel (Fasta Åland - Föglö)

Beitrag von Klaus » 9. Nov 2005 15:56

ulli schrieb am 08.11.2005 21:26
Klaus schrieb am 08.11.2005 14:06
von der EU werden 60 - 70% übernommen.
Wieso übernimmt die EU da Kosten? Sind die Åland-Inseln nicht EU-Ausland?
Hast du dich vielleicht mit den Färöer oder Grönland vertan? Das einzige EU-Ausland, dessen "Mutterland" zur EU gehört, sind die Färöer und Grönland. Dänemark gehört zur EU, die Färöer sind damals gar nicht erst mit eingetreten und Grönland musste gegen seinen Willen mit eintreten und folglich 1985 wieder aus der EU ausgetreten.
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Re: Föglötunnel (Fasta Åland - Föglö)

Beitrag von ulli » 10. Nov 2005 07:47

Nee, nee, Grönland und Åland habe ich nicht verwechselt, mir war nur die Reichweite der Sonderregelungen für Åland nicht klar. Dass Inseln zu einem EU-Land "gehören" und doch nicht in der EU sind, ist ja nicht so außergewöhnlich, wie die Kanalinseln und die Isle of Man zeigen.

Aber jetzt weiß ich Bescheid und ziehe die Frage zurück :) .
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Re: Föglötunnel (Fasta Åland - Föglö)

Beitrag von Klaus » 10. Nov 2005 17:09

Ist ja nicht tragisch, dafür ist das Forum ja da. Es soll ja Informationen über Finnland geben. :)

Ich glaube, du bist längst nicht der einzige, dem die Sonderregelung Ålands nicht ganz klar war. Ist im Grunde ja auch recht kompliziert. So ist Åland auf dem Papier ein Teil Finnlands, faktisch aber ein eigener Staat innerhalb Finnlands (wie Finnland ein eigener Staat innerhalb der EU ist). Alles, außer Außen- und Sicherheitspolitik, ist inneråländische Angelegenheit, wo Finnland nichts mit zu tun hat. Im Moment Streiten sich die beiden Parteien seit Jahren über die Steuern. Den Åländern sind die finnischen Steuern zu hoch, weil auf den Inseln ohnehin schon alles zu teuer ist. Finnland würde aber gern weiterhin Steuern auf Åland eintreiben (um sie nachher auf Grund der schlechten Wirtschaftslage in FIN und der guten Wirtschaftslage auf AX mit erheblichen Zuschüssen wieder zurückzuzahlen). Es wird wohl in den nächsten Jahren darauf hinauslaufen, dass Åland die Steuern selbst eintreiben wird.
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Re: Föglötunnel (Fasta Åland - Föglö)

Beitrag von Klaus » 10. Nov 2005 17:12

poro schrieb am 08.11.2005 22:08
Hä!? Die gehören doch zu Finnland!
Naja, auf dem Papier. Sonst aber nicht. :)
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Re: Föglötunnel (Fasta Åland - Föglö)

Beitrag von Klaus » 24. Apr 2006 13:46

Ein tunnel zwischen Åland und Föglö ist ein Schritt wahrscheinlicher geworden. Lagtingets Verkehrsausschuß will heute einen Routenvorschlag für eine Tunnelführung zwischen Lemland Vessingboda und Föglö Bråttö vorlegen.

Mit Straßenbau und anderen notwendigen Maßnahmen wird der Tunnel von Vessingsboda schätzungsweise 41 Millionen Euro kosten. Eine andere Alternative mit einem etwas kürzeren Tunnel wäre von Svinö ausgehend, von wo heute auch die Fähre nach Föglö ablegt. Hier wird der Tunnel aber mit Dämmen und Brücken kombiniert, wobei eine Brücke über den Spettarfarleden nördlich von Degerby 18 m hoch werden muss. Laut dem Verkehrsausschuss würde die Brücke zu sehr das Landschaftsbild von Degerby dominieren. Zudem würde diese Variante mit 56 Millionen Euro deutlich teurer sein.

Da der Grund erst untersucht werden muss, bis man entgültig weiß, ob es überhaupt möglich ist, einen Tunnel zu bauen, einigte sich der Ausschuss auf die Tunnelroute nach von Vessingboda nach Bråttö.

Falls der Tunnel gebaut wird, wird der Fährverkehr nach Kökar und weiter nach Galtby (Åboland) über Föglö mit dem Endhafen in Hasterboda gehen. Dazu muss die Kabelfähre über den Embarsund auf Föglö mit einer Brücke ersetzt werden, damit der Verkehr hier flüssig läuft und sich nicht vor und nach den Fährabfahrten staut.

Pläne für einen eventuellen Endhafen Föglö für alle Schärenlinien sorgten vor allem in den nördlichen Schären für Unruhe. Hummelvik auf Vårdö ist Endhafen der nördlichen Schärenlinie, die über Kumlinge und Brändö nach Osnäs (Åboland) führt. Falls Hasterboda der zentrale Endhafen für die Schärenlinien wird, würde die Fahrzeit vor allem für die Brändöer bedeutend länger werden.

Die nördliche Linie ist wichtig für die Wirtschaft in den Schären und deren Warentransport. Der Verkehrsausschuss schlug deshalb vor, die nördliche Linie als wichtige Landschaftsverbindung innerhalb Ålands einzustufen und auf Grund dessen nach Möglichkeiten zu suchen, die Fahrzeit möglichst zu verkürzen, auf jeden Fall aber nicht zu verlängern.

Dagegen will der Ausschuss keine neue Fährlinie Sottunga - Överö - Husö - Kyrkogårdö - Kökar einrichten. Der Verkehr von und nach Sottunga soll aufgeteilt werden zwischen der Querlinie Kumlinge - Sottunga - Föglö und der südlichen Linie Föglö - Kökar, so der Ausschuss.
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Re: Föglötunnel (Fasta Åland - Föglö)

Beitrag von Klaus » 5. Jul 2006 17:47

Für eine Million Euro soll der Berggrund zwischen Föglö und Fasta Åland untersucht werden. Ziel ist es, neue Erkenntnisse für den Tunnel zu erhalten, der in der Zukunft eventuell die Fähren zwischen Svinö und Degerby ersetzten kann.

Laut Verkehrsminister Runar Karlsson (c) ist es wichtig, dass das Tunnelprojekt politisch ausgewertet wird, bevor das Projekt fortschreitet. Er möchte alle Interessen für einen Tunnel nach Föglö aufnehmen und dann eine ratgebende Volksbefragung auf Föglö durchführen.

Unter der Allgemeinheit hat das Tunnelprojekt beide, Unterstützer wie Kritiker.

- Eine Schicksalsfrage, denkt Otto Hojar aus der Tourismusbranche

- Ich sehe nicht einen einzigen Vorteil, sagt der Künstler Kjell Ekström

Quelle: Nya Åland
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Re: Föglötunnel (Fasta Åland - Föglö)

Beitrag von Svea » 5. Jul 2006 19:20

Klaus schrieb am 05.07.2006 17:47
- Ich sehe nicht einen einzigen Vorteil, sagt der Künstler Kjell Ekström
Ich auch nicht.
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Re: Föglötunnel (Fasta Åland - Föglö)

Beitrag von Klaus » 6. Jul 2006 12:43

Ehrlich gesagt, überwiegen für mich auch die Nachteile, die mit dem Bau eines Tunnels kommen.

Hier mal ein paar Vor- und Nachteile, wie sie die Befürworter und Gegner des Tunnels sehen:


Vorteile, die die Befürworter des Tunnels anführen (Otto Hojer, Tourismusbranche)

1. Der Tunnel ist ein infrastruktureller Sicherheitsfaktor, weil er alle 24 Stunden am Tag eine Verbindung nach Fasta Åland garantiert.

2. Der Gedanke, dass eine feste Verbindung die Serviceeinrichtungen und Bewohner wegsaugt, sind nicht realistisch. Man braucht nur zu sehen, wie Eckerö aus der Marsundbrücke einen großen Nutzen zieht.

3. Auf lange Sicht wird ein Tunnel bedeutend günstiger als eine Fährverbindung. In den Tiefkonjunkturen in der Zukunft können sich diese Einsparungen als sehr wertvoll erweisen.

4. Dass Föglö viel Durchgangsverkehr in die Schären bekommt, kann auch positiv gesehen werden für unsere Serviceeinrichtungen. Man braucht sich nur anschauen, wie Godby seine Lage als Knotenpunkt ausnutzt.

Dass es Skepsis gegen das Projekt gibt, ist klar, meint Otto Hojer. Aber er glaubt auch, dass sich viel ändern wird, wenn der Tunnel erstmal fertig ist. "Desweiteren stellt kaum etwas die Brückenverbindung nach Eckerö und Lumparland - oder warum nicht die Riesenbrücke zur Insel Replot vor Vasa - in Frage. Wie viele dieser Orte wollen die alte Verbindung zurückhaben? Ich glaube, die allerwenigsten wollen ihre alten Fährverbindungen wiederhaben", so Otto Hojer.


Nachteile, die die Gegner des Tunnels anführen (Kjell Ekström, Künstler)

1. Der Tunnelbau ist ein großer Eingriff in die Umwelt, auch in Betracht der neuen Wege, die gebaut werden müssen.

2. Mit einem Tunnel nach Föglö wird es den Serviceanbietern wie Bank und Butik leichter fallen, nach Fasta Åland zu ziehen.

3. Föglö riskiert, eine Durchreiseinsel mit viel Verkehr in die übrigens Schären zu werden.
Es gibt viele praktische und wirtschaftliche Fragen, die die Tunnelbefürworter nicht berücksichtigt haben.

4. Der letzte Punkt ist das Problem mit dem Fahrradverkehr im Falle eines Tunnels. Die Fahrradfahrer sich sicher nicht freiwillig unter die Erde begeben werden.

"Bisher hat noch niemand etwas zu einem Parallelverkehr mit einer Fahrradfähre oder einem Fahrradbus gesagt. Und wie teuer wird es mit dem Unterhalt und was soll man bezahlen, um durch den Tunnel fahren zu können? Da würde ich gerne eine Antwort von Runar Karlsson" (Verkehrsminister, C), so Kjell Ekström.

Zum Schluss führt Kjell Ekström noch den Gedanken an, dass die Fähre eine wichtige soziale Funktion für die Föglöborna als Treffpunkt hat.
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Re: Föglötunnel (Fasta Åland - Föglö)

Beitrag von Klaus » 11. Jul 2006 13:27

Berechnungen zurfolge soll der Föglötunnel schon nach 6 Jahren günstiger sein als eine Weiterführung des Fährverkehrs. Der Tunnel soll 40 Millionen Euro kosten, der Fährverkehr kostet zur Zeit jährlich etwas über 2 Millionen Euro, wird bis 2015 auf rund 3 Millionen Euro jährlich steigen. Mit den Tunnelgebühren und wegfallenden Fährverkehrssubventionen würde sich der Tunnel schon nach 6 Jahren rechnen.
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Re: Föglötunnel (Fasta Åland - Föglö)

Beitrag von Klaus » 27. Dez 2006 20:16

Beschluss für den Tunnel löst Debatte aus

- Soll Föglö als eine Festlandgemeinde betrachtet werden und ein Knotenpunkt für den ganzen Schärenverkehr werden, wenn der Tunnel nach Lumparland gebaut wird? Diese Frage spaltete die Landschaftsregierung als der Vorschlag für ein Zuschussbudget am Donnerstag verabschiedet wurde.

Wie früher schon berichtet [siehe Berichte oben] beinhaltet der Vorschlag unter anderem 1,5 Millionen Euro für eine Bodenuntersuchung für einen eventuellen Tunnelbau. Laut der Formulierung soll Föglö in dem Zusammenhang auch der Knotenpunkt für den Schärverkehr werden und alls eine Festlandsgemeinde betrachtet werden [bisher ist Föglö eine Schärengemeinde]. Die Centerpartei stimmte in der Regierung gegen diese Vorschläge, die diese nun weiter an das Lagting zur Diskussion gibt.

Quelle: Nya Åland


Die Åländer sind gespalten, was den Tunnel angeht. Die einen sehen klare Vorteile, die anderen klare Nachteile. Vor allem was den Knotenpunkt für die Schärenverkehr angeht, scheiden sich die Geister. Mit der Ruhe wäre es auf Föglö vorbei, der Verkehr zur Fähre nach Sottunga, Kökar, Galtby (Finnland), Kumlinge, Brändö und Osnäs (Finnland) würde lang über Föglö zum noch neu zu bauenden Anleger (einschließlich Anschlussstraße) Hästerboda führen. Für Brändö würde eine Fährlinie nach Föglö anstatt nach Vårdö eine erheblich längere Fahrzeit. Vårdö würde praktisch am Ende der Welt liegen: Wo heute der Weg zur Fähre nach Kumlinge, Brändö und Osnäs (Finnland) führt, würde dann die Straße am Ufer enden. Die Jugendherberge und der Campingplatz würden ein Großteil ihrer Übernachtungsgäste verlieren, die auf Grund ihrer Durchreise eine Nacht in Bomans Gästhem oder Sandösunds Camping übernachten. :(

Der Vorteil eines Tunnels ist ganz klar der, dass er auf Dauer günstiger ist und vor allem in Wirtschaftlich schwierigen Zeiten einfacher zu unterhalten ist als der Fährverkehr.

Ich wage mal vorauszusagen, dass aus dem Knotenpunkt für den kompletten Schärenfährverkehr nichts wird. Vor allem Vårdö mit seinen 2 wichtigen Touristenanlagen, Brändö und im gewissen Maße auch Sund werden dadurch zu abgelegenen Region. Abgesehen vom Durchgangsverkehr könnte Föglö, die ohnehin schon von der Tunnelanbindung (wirtschaftlich) profitieren werden, vom Knotenpunkt für den Schärenverkehr zusätzlich profitieren: Der komplette Durchgangsverkehr der Touristen geht über Föglö, viele werden dort übernachten.

Apropos Schärenknotenpunkt und der dafür benötigte Neubau eines Hafens in Hästerboda: In Långnäs (Lumparland) existiert bereits ein recht großer Hafen, der für einen Knotenpunkt auch sehr gut geeignet wäre, wenn man ihn denn unbedingt will... :rolleyes:
Zuletzt geändert von Klaus am 27. Dez 2006 20:17, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Föglötunnel (Fasta Åland - Föglö)

Beitrag von Klaus » 28. Feb 2007 21:03

Der schwedische Bauriese Skanska hat Interesse, den Föglötunnel, der evtl. zwischen Föglö und Fasta Åland gebaut werden soll, in Eigenregie zu bauen. Damit würde Skanska die vollen kosten übernehmen womit die åländische Staatskasse nicht belastet würde. Das åländische Budget würde nur in sofern belastet, dass die Landschaft mit dem Abbezahlungsplan über 30 Jahre nur die heute anfallenden Fährkosten zwischen Svinö und Degerby an Skanska zahlen muss. Skanska würde damit auch das größte wirtschaftliche Risiko für den Tunnel übernehmen. Morgen treffen sich Landschaftsregierung und Vertreter von Skanska, um über das Projekt zu sprechen.
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