Wandern im Winter

Wer war in Finnland auf Schusters Rappen unterwegs und kann uns von den schönsten Wanderrouten und Elchbegegnungen berichten?

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André
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Wandern im Winter

Beitrag von André » 30. Mai 2017 10:46

Ich plane für nächsten März meinen ersten Winterurlaub in Finnland. Für jemanden, der den Winter nur in Deutschland kennt, stellen sich hier nun einige Fragen:

Da ich über keinerlei Skierfahrung verfüge, werde ich mir ein paar Schneeschuhe besorgen. Den Rucksack möchte ich auf einem Plastik-Kinderschlitten hinter mir herziehen, den ich mir vor Ort kaufen werde. Wie viele Kilometer kann ich am Tag über Sumpf- und Wald rechnen?

Ich habe mir folgendes Gebiet ausgesucht: östlich von Hattuvaara bis zum östlichsten Punkt der EU. Dort möchte ich hin, weil es dort viele Hütten auf wenig Raum gibt. Dabei ist für mich der Tapiontaival nicht bindend, da ohnehin viele Hütten außerhalb des Wanderweges liegen. Die Karte habe ich schon, ein GPS-Gerät werde ich mir erstmals besorgen.

Ist die Planung vernünftig? Muss ich auf irgendetwas besonders achten (Ausrüstung etc.)?

Danke für Eure Hilfe!

Kuksa
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Re: Wandern im Winter

Beitrag von Kuksa » 30. Mai 2017 11:24

Ich war diesen Februar/März im Oulanka NP unterwegs und habe meine Daten von damals angesehen. Ich hatte einen Rucksack und war zwischen 3-5km/h schnell unterwegs, wobei 5 schon sehr schnell sind. Je nach Schneehöhe und ob schon jemand vorher "vorgelaufen" ist, solltest du im schlimmsten Fall mit 3km/h rechnen.
Ich hatte um die -15 Grad aber mit einer vernünftigen Skiausrüstung gut warm.
Auf jedenfall müssen die Hosen unten mit gutem Gummiband schliessbar sein. Die Schneehöhe draussen kann schnell einmal bei 60cm liegen.
Somit sollen die Schuhe auch höher sein als normale Wanderschuhe. Stöcke dabei zu haben ist sozusagen ein Muss. Ich bin (obwohl Schneeschuhe) vor allem bei Steigungen im Schnee eingebrochen.
Wenn du nicht auf dem Trail unterwegs bist, unbedingt!!!! Zusatzbatterien für dein GPS. Im Winter waren diese bei mir schneller leer als ich gedacht habe und bist du einmal abseits, dann gute Nacht bei der Temperatur.

Ansonsten sind die Packvorschriften fast gleich wie im Sommer, ausser eben Kleidung anpassen.

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Tenhola
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Re: Wandern im Winter

Beitrag von Tenhola » 30. Mai 2017 12:43

Über die Leistung von Km./Tag mit Schneeschuhen kann ich leider keine Aussage machen, da ich bis jetzt nur mit Ski unterwegs war. Das hat natürlich den Vorteil, dass man abfallendes Gelände fahren kann.
Wie gut das mit einem Kinderschlitten (Pulkka) funktioniert, hängt sicher auch vom Zuggeschirr ab. Wie willst Du das vor Ort montieren? Normalerweise hat man Stangen (Siehe hier). Nur eine Schnur funktioniert nicht, da geht der Schlitten hin wo er will.
Persönlich benutzte ich auf den Wintertouren ein Ahkio.
Einen Ahkio kann man auch mieten, nur ist da die Frage ob Du dazu die Zeit hast und wohin du fliegst.

Zur Ausrüstung stellt sich natürlich die Frage, ob Du jede Nacht in einer Hütte übernachten kannst. Solltest Du auch im Zelt/Laavu übernachten, ist der Schlafsack natürlich ein wichtiger Faktor. Ich leistete mir damals für Lappland einen Mountain Equipment - Everest, aber natürlich im Wissen, dass ich diesen Schlafsack über mehrere Touren verwenden werde.

Wenn Du ein GPS kaufen willst, empfehle ich das GPSMAP 64s von Garmin.

Für weitere Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.

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André
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Re: Wandern im Winter

Beitrag von André » 30. Mai 2017 12:47

@Kuksa
Selbst 3 km/h sind schneller, als ich angenommen hätte. Dann kann ich getrost Tagestouren bis zu 15 km planen?

Danke für den Tipp mit dem Gummiband. Ich werde wohl meine "normale" Ausrüstung (Fjellräven-Hose, Softshelljacke + Themounterjacke) mit Thermounterwäsche kombinieren. Bei minus 10 Grad ist mir das Zeug schon ohne spezielle Unterwäsche zu warm. Gute Fäustlinge habe ich (wegen Radfahren im Winter). Dann würde ich gemäß Deiner Empfehlung mir noch ein paar Gamaschen/bzw. Beinlinge dazukaufen, damit der Schnee nicht so eindringen kann. Meine Stöcke werde ich einfach mit "Schneetellern" aufrüsten.

Aufs GPS alleine verlasse ich mich nicht. Karte und Kompass habe ich natürlich dabei.

Welche Route bis Du im Oulanka gegangen? Darf man dort mit den Schneeschuhen auf der präparierten Piste laufen? Das ist doch sonst so ein no go? Darf man abseits der Loipe laufen? Ich kapiere immer nicht so richtig, wo man was mit den Schneeschuhen in den Nationalparks darf. Der UKK hat beispielsweise eine kleine, präparierte Schneeschuh-/Fatbikestrecke. Ansonsten heißt es, dass man nicht auf den Skiloipen gehen darf. Darf man aber ansonsten in den UKK mit Schneeschuhen? Auch für den Pallas-Ounastunturi-Nationalpark hatte ich nachgelesen. Dort scheint es so zu sein, dass man einen Teil der Strecke im Winter nicht benutzen darf. Schließlich habe ich mich für Hattuvaara entschieden, weil ich dort a) noch nicht war, b) die Infrastruktur gut zu sein scheint und c) man sich im Rahmen des Jedermannrechtes bewegen darf.

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Re: Wandern im Winter

Beitrag von Tenhola » 30. Mai 2017 12:53

André hat geschrieben:
30. Mai 2017 12:47
Darf man aber ansonsten in den UKK mit Schneeschuhen? Auch für den Pallas-Ounastunturi-Nationalpark hatte ich nachgelesen. Dort scheint es so zu sein, dass man einen Teil der Strecke im Winter nicht benutzen darf.
Du kannst Dich überall mit Schneeschuhen bewegen, wobei man selbstverständlich die Loipen nicht betreten und zertrampeln darf. Daneben ist aber immer Platz.

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Re: Wandern im Winter

Beitrag von André » 30. Mai 2017 13:09

@Tenhola
Den Tipp mit der lastenpulkka habe ich von einem Fotografen, der seine Fotoausrüstung damit in Finnland transportiert. Er hängt die pulkka einfach mit Seil und Karabinerhaken an seinen Gürtel. Die festen Gelenkstangen kenne ich, evtl. könnte man auch die an so einen Schlitten befestigen. Ich komme über Joensuu und Ilomantsi nach Hattuvaara. Wenn ich mir eine ahkio leihe, stellt sich mir die Frage, ob ich das Ding mit dem Bus weitertransportiert bekomme. Deshalb hat mir die Idee mit dem Kinderschlitten so gut gefallen.

Dort lässt sich alles als reine Hüttentour planen, man wird mich schon nicht vor die Tür setzen, selbst wenn es mal voller wird? Abgesehen davon kann ich mir vorstellen, dass dort im nordkarelischen Wald gar nicht so viele Leute unterwegs sein werden, zumal es keine präparierten Pisten zu den Hütten gibt. Beim Schlafsack geht es mir um zwei Faktoren: 1. der Preis ist sehr hoch für meinen ersten Winterausflug, 2. Nehmen diese Säcke sehr viel Stauraum weg und ich reise schließlich mit dem Flugzeug an. Wenn es mir dieses Jahr aber taugt, dann kann ich mir durchaus vorstellen, mir mal so einen Schlafsack zuzulegen.

Das Garmin-Gerät, welches Du empfiehlst, ist genau jenes, welches ich mir schon ausersehen hatte. Ich werde es in den nächsten Wochen bestellen.

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Re: Wandern im Winter

Beitrag von André » 30. Mai 2017 13:22

Tenhola hat geschrieben:
30. Mai 2017 12:53
Du kannst Dich überall mit Schneeschuhen bewegen, wobei man selbstverständlich die Loipen nicht betreten und zertrampeln darf. Daneben ist aber immer Platz.
Ich darf mich also neben den präparierten Loipen auf Schneeschuhen bewegen. Darf man sich im UKK so wie im Lemmenjoki im Winter auch frei bewegen? Neben dem Pallas-Ounastunturi hätte ich nämlich beide mal für eine zukünftige Wintertour im Visier.

Ich weiß nicht, ob Du die schönen YouTube-Videos von Jouni Ohtamaa kennst. Die bewegen sich frei im UKK, allerdings gibt es auch Videos, wo sie mit Schneeschuhen auf der Loipe unterwegs sind, was mich dann doch sehr verwundert hatte.

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Re: Wandern im Winter

Beitrag von Kuksa » 30. Mai 2017 13:40

Ich bin vnördlich vom Oulanka Visotor Center eingestiegen, dann nach Süden gelaufen. Von dort durch den Riisitunturi zu meinem Haus das ich für den Rest der Zeit gemietet habe.
Laufen kannst du eigentlich überall ausser auf den Loipen.
Bei den Hütten ist es so, dass wenn Neuankömmlinge kommen diejenige gehen "müssen" welche am längsten in der Hütte sind. Das ist ein ungeschriebenes Gesetz, damit nicht jemand auf die Idee kommt, in einem Haus für 1 Woche Ferien zu machen.
Ich war mit einem Rucksack gut bedient und hätte an gewissen Stellen Mühe gehabt, wenn ich so sein Schlitten dabei gehabt hätte. In Abschüssigem Gelände oder nahe am Fluss könnte er abrutschen und volllaufen. Das wäre dann nicht so gut.

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Re: Wandern im Winter

Beitrag von André » 31. Mai 2017 14:55

Tatsache - ich habe mir gerade noch mal die Regeln für den Oulanka-Nationalpark durchgelesen. Man darf sich überall zu Fuß oder mit Skiern bewegen, nur innerhalb der Parkzone muss man sein Zelt an den dafür vorgesehenen Plätzen aufstellen.

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Re: Wandern im Winter

Beitrag von Tenhola » 31. Mai 2017 15:49

André hat geschrieben:
31. Mai 2017 14:55
Man darf sich überall zu Fuß oder mit Skiern bewegen, nur innerhalb der Parkzone muss man sein Zelt an den dafür vorgesehenen Plätzen aufstellen.
Das ist in allen Nationalparks so. Es gibt immer eine Kernzone, wo man an die Regeln gebunden ist. Außerhalb der Kernzone ist Wildnis Gebiet, obwohl man immer noch im Park ist. Auf den Karten ist das Kerngebiet jeweils umrandet.

Es gibt aber auch Naturreservate wie zB. der Kevo, welche sehr restriktiv sind. Da dürfen auch die Pfade nicht verlassen werden und man muss das Zelt an den vorgesehenen Plätzen aufstellen. Im Kevo gelten für die schneefreien Monate andere Regeln als im Winter, wo man zB. die Route frei wählen kann.
Alle diese Sonderheiten zu einem speziellen Gebiet findet man auf den Seiten von luontoon.fi.

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Re: Wandern im Winter

Beitrag von Sapmi » 31. Mai 2017 16:24

Zu den Schneeschuhen: Bin bisher selbst nur ein paar mal mit Schneeschuhen herumspaziert und finde sie zwar super, aber besonders schnell ist man mit denen nicht unbedingt. Wieviel km Du da am Tag schaffst, ist also schwer zu sagen. Hängt natürlich auch von der Schneetief und wie immer vom Gelände (Höhenunterschiede?) ab, aber wenn Du zum ersten Mal mit Schneeschuhe läufst, ist es wohl am besten, das vorher mal ein bisschen zu testen. Mit Schlitten wirst Du ja vermutlich nochmal etwas langsamer.

Zu den Loipen: Diese gespurten Loipen durch den Tiefschnee soll man natürlich auf keinen Fall zetrampeln, aber es gibt natürlich stellenweise auch solche breiten plattgewalzten Pisten, auf denen ist genug Platz für alle.

Zur sonstigen Ausrüstung: Hast Du schon eine gute Stirnlampe (mit Ersatzbatterie, falls es doch nochmal richtig kalt wird) auf der Liste? Gegen Ende März hast Du ja überall Tag- und Nachtgleiche, d.h. eigentlich lange genug Licht zum Wandern, aber man weiß ja nie, da kann sich ja schnell mal was verschieben (und für die Hütten wirst Du ja sowieso eine Lampe mitnehmen).

Klingt jedenfalls interessant und ich bin schon gespannt, was Du dann berichten wirst. :D
Viikko maastossa antaa enemmän kuin vuosi arkea

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Re: Wandern im Winter

Beitrag von Tenhola » 2. Jun 2017 16:41

André hat geschrieben:
30. Mai 2017 13:09
Das Garmin-Gerät, welches Du empfiehlst, ist genau jenes, welches ich mir schon ausersehen hatte. Ich werde es in den nächsten Wochen bestellen.
@André, ich weiß ja nicht, wie versiert Du mit GPS und Kartenmaterial dazu bist, aber in Finnland sind ja alle Karten freigegeben worden und können gratis verwendet werden.
Hier kannst Du eine Karte von Finnland runterladen. Ich benutze mtk_suomi31.img. Die Karte kann auch in BaseCamp verwendet werden.

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Re: Wandern im Winter

Beitrag von André » 2. Jun 2017 21:10

@Sapmi

Nach Möglichkeit werde ich die Schneeschuhe testen. Ich wohne ja auf dem Land und da gibt es schon Flächen zum Laufen. Die Frage ist nur, ob es auch genug Schnee geben wird. Nach den Tipps hier werde ich den Schlitten wohl bleiben lassen und den Rucksack schultern. Das mit der starren Deichsel leuchtet mir ein. Wenn ich mir so einen Kinderschlitten kaufe und dann im Geschäft oder irgendwo erst nach einem Bohrer fragen muss, um mir die Deichsel zu montieren, dann klingt das ziemlich kompliziert. Sowas kann ich mal von Inari aus planen, wo ich schon ein paar Leute kenne und mich besser zurechtfinde (dort gibt es ja einen Verleih und ich kenne einen Taxifahrer, der garantiert bereit ist eine ahkio zu transportieren). Das Gebiet östlich von Hattuvaara ist übrigens relativ flach.

Mit den plattgewalzten Pisten meinst Du die Versorgungswege von den Schneemobilen? Prima, dass Du das erwähnst, ich bin mir immer unsicher und möchte dann als "deutscher Tourist" nicht in irgendwelche Fettnäpfchen treten oder irgendjemanden verärgern.

Eine gute Stirnlampe habe ich immer dabei, auch im Sommer. Batterien und Geräte werde ich am Körper tragen. Ein paar Kerzen nehme ich mir auch mit. Und falls das GPS versagen sollte - die Karte von Maanmittauslaitos habe ich schon und mit meinem Kompass kann ich umgehen.

@Tenhola

Ich hatte mich schon länger nach diesen Geräten umgesehen. Das GPSMAP 64s ist relativ günstig, da es ja ein Auslaufmodell ist und wird dabei hochgelobt. Modelle mit Touchscreen kommen für mich nicht infrage. Eventuell möchte ich mir das 64 ohne s kaufen. Vielen Dank für den Supertipp mit der Karte! Ich hatte mich schon nach Alternativanbietern umgesehen. Man kann sich die Komplettkarte Finnland für so um die 60 Euro bei Amazon kaufen. Auch wenn ich maastokartat.fi kenne, hätte ich nicht gedacht, dass es Gratisversionen zum Herunterladen gibt.

Vielen Dank schon mal für Eure klasse Tipps! Da liegt mein Finnland-Sommerurlaub noch vor mir und ich freue mich schon auf meinen Winterurlaub.
:elch:

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Re: Wandern im Winter

Beitrag von ZBerlin » 6. Jun 2017 14:02

Hallo André!
Wenn ich Dich recht verstehe, dann soll Deine erste Wintertour in Finnland eine reine Hüttentour werden (ohne Zelt) und Du hast schon in Deutschland Wintertouren unternommen, richtig?
Die angegebene Gegend kenne ich leider überhaubt nicht und kann Dir daher keine Hinweise zum Gelände und den Bedingungen geben, sondern eher allgemeine Tipps. Ich weiß auch nicht, wie gut sie besucht ist und die Telephonnetzabdeckung dort ist, Thema: Sicherheit und Rettung.
Ob Du auf Ski oder Schneeschuhen unterwegs sein wirst, mußt Du selbst entscheiden. Beides wird möglich sein, aber Finnland ist natürlich eine Skilanglaufnation. Wenn Du außerhalb der Loipen unterwegs bist, dann gilt, je breiter der Ski um so besser. Mit normalen Lanklaufskiern oder zu kleinen Schneeschuhen kommst Du besonders in Waldgebieten unter Umständen kaum vorwärts, mit einem schweren Rucksack auf dem Rücken noch weniger. Das kann enorm viel Kraft kosten und zur Qual werden. (Mein persönlicher Rekord liegt bei ca. 1,5 km Luftlinie, wo ich am Abend richtig fertig war von der Plackerei.)
Ähnliches gilt für Rucksack, Kinderplastikschlitten oder Pulk, alles funktioniert, ab einer gewissen Gepäckmenge (z.B. mehrwöchige Touren mit Zelt und allem) kommt man um eine Pulka kaum herum.
Eine gewissen Sicherheitsausrüstung ist eventuell angebracht: warmer Schlafsack, Isomatte, Windsack, Schaufel, Kopflampe und Telephone. GPS ist nur nützlich, wenn man im Umgang damit geübt ist! Ob man in ein Auslaufmodell investieren sollte in der heutigen Zeit, wo elektronische Artikel rasant schnell veraltert sind, kann ich nicht entscheiden. 60 € würde ich nicht im Internet für eine Karte ausgeben, vermutlich sind es OSM Karten. Besser Du kaufst Dir eine Mini SD und lädst Dir die OSM Karten selber darauf (z.B hier, geht kinderleicht: http://www.frikart.no/index.html). Eventuell investierts Du lieber in ein aktuelles Gerät z.B. Etrex 20.
Eine große Thermoskanne (1 l) nicht vergessen, lieber einen Pullover weniger mitschleppen. Gute Batterien, keine Akkus.
Dies kurz zum Thema. In der nahen Zukunft habe ich leider keine Zeit, aber Du kannst mich gerne persönlich kontaktieren, ich sage mal ab Anfang September, falls Fragen auftauchen. Wintertouren habe ich ein paar unternommen, Solo oder Freunde mitgenommen.
Noch kurz Abschweifend, Zitat: "Bei den Hütten ist es so, dass wenn Neuankömmlinge kommen diejenige gehen "müssen" welche am längsten in der Hütte sind. Das ist ein ungeschriebenes Gesetz, damit nicht jemand auf die Idee kommt, in einem Haus für 1 Woche Ferien zu machen."
Das ist nicht nur ein ungeschriebenes Gesetzt, sondern es ist in den Hüttenregel genau so festgeschrieben, ABER: mir ist es durchaus passiert, das ich "gebeten" wurde doch weiter zu ziehen, egal ob es eine Wintertour war oder draussen es ohne Pause regnete, weil die Hütte als Ferienhütte benutzt wurde.
Und ich habe noch eine Frage an Tenhola zum Thema Karten und Deinem Link, aber dafür öffne ich lieber ein eigenes Thema, vielleicht kannst Du mir dort meine Frage beantworten.
Einen schönen Tag,
Z

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Re: Wandern im Winter

Beitrag von Tenhola » 6. Jun 2017 15:34

ZBerlin hat geschrieben:
6. Jun 2017 14:02
Ob man in ein Auslaufmodell investieren sollte in der heutigen Zeit, wo elektronische Artikel rasant schnell veraltert sind, kann ich nicht entscheiden. ). Eventuell investierts Du lieber in ein aktuelles Gerät z.B. Etrex 20.
Ich meine was immer man kauft, am nächsten Tag ist es vielleicht schon wieder veraltet. Das kann auch mit dem Etrex 20 geschehen.
Ausserdem will Andre keinen Touchscreen was für seinen Gebrauch vernünftig ist.
Als ich vor Jahren an der Erämessut in Riihimäki am Stand von Garmin ein GPS kaufte, hat mir selbst der Verkäufer von Garmin von einem Touchscreen abgeraten, als ich ihm sagte, dass ich das Gerät für Trekking im Sommer und Winter benutze. Ich kaufte damals das GPSMAP 62, also der Vorgänger vom 64. Ich habe es heute noch in Betrieb und es erfüllt immer noch alle Anforderungen.

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