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Re: Atomkraft in FIN

Verfasst: 27. Jul 2009 18:29
von Omega
sunny1011 hat geschrieben:Die Simo Gemeinde in Lappland ist bereit für einen Atomkraftwerkbau im Rahmen des Fennovoima Projektes lt. Abstimmung. Der Bau würde die Beschäftigungslage deutlich bessern und tausende Arbeitsplätze schaffen. Auch Pyhäjoki und Ruotsinpyhtää haben ihr grünes Licht gegeben. Die Entscheidung, wer letztendlich den Zuschlag bekommt wird nächstes Jahr bekannt gegeben.

http://www.hs.fi/kotimaa/artikkeli/Simo ... 5246919293

Ist an der Sache was dran? Sehr interessant.

Re: Atomkraft in FIN

Verfasst: 27. Jul 2009 21:28
von sunny1011
Es gab keine Neuigkeiten in der Presse, ausser dass die Entscheidung, welcher Gemeinde das Projekt zugeteilt wird, nächstes Jahr fällt.

Re: Atomkraft in FIN

Verfasst: 10. Sep 2009 08:00
von urso branco
Hallo, ich habe mir jetzt nicht den ganzen Thread durchgelesen (15 Seiten !), aber kann jemand was darüber sagen, was mit dem Atommüll aus Finnland passiert? Gibt es sowas wie ein Zwischenlager? Wird es wieder aufbereitet?

Ich hatte mir letztens diese Doku angeschaut und die hat mich ziemlich runtergezogen. Gut, das Meiste wusste ich schon vorher, aber für mich ist es absolut unverständlich wie die verantwortlichen Politiker in Deutschland handeln (oder besser nicht handeln).

Hier die Doku vom NDR: http://www3.ndr.de/sendungen/panorama_d ... ma320.html

Re: Atomkraft in FIN

Verfasst: 11. Sep 2009 10:26
von Sapmi
@ urso branco: Keine Ahnung.

Hier was zu den Alternativen:

Mehr Windenergie für Lappi

In der Gegend Kuolavaara-Keulakkopää soll's was Neues geben, für die Gemeinden Kittilä und Sodankylä, ab 2013 soll's wohl laufen.
100-120 Gigawatt Strom kann damit erzeugt werden, was ca. 40% des Strombedarfs der beiden Gemeinden entspricht.

Lappiin lisää tuulivoimaa
julkaistu tänään klo 10:20, päivitetty tänään klo 11:43
Fortum ja Metsähallitus aloittavat tuulivoimahankkeen Kuolavaara-Keulakkopään alueella Lapissa. Yhtiöt aikovat rakentaa parisenkymmentä 2 - 3 megawatin tuulivoimalaitosta. Laitoksia suunnitellaan Kittilän ja Sodankylän kuntiin.

Tuulivoimatuotanto alkaa vuonna 2013, mikäli hanke osoittautuu toteuttamiskelpoiseksi.

Ympäristövaikutusten arviointi käynnistyy syksyn aikana. Rakennettavat tuulivoimalaitokset tuottaisivat 100 - 120 gigawattituntia sähköä, mikä vastaisi 40 prosenttia Kittilän ja Sodankylän kuntien yhteenlasketusta sähkön kulutuksesta.
http://yle.fi/uutiset/talous_ja_politii ... 95428.html

Re: Atomkraft in FIN

Verfasst: 11. Sep 2009 10:29
von sunny1011
@urso branco

Darüber hört man wenig, also kaikki hyvin...

Re: Atomkraft in FIN

Verfasst: 14. Sep 2009 13:21
von urso branco
Ich habe mal ein wenig im Netz zum Thema Atommüll in Finnland recherchiert und habe (bis jetzt) folgendes gefunden:

http://www.world-nuclear.org/info/inf76.html (Eine Seite der Atomindustrie !!)

Für alle , die es interessiert im folgenden kurz auf deutsch zusammengefasst:

-Die Energieunternehmen sind für ihren nuklearen Abfall verantwortlich - bis zur Endlagerung.
-Finnlands Müllprogramm zur Beseitigung von radioaktivem Müll existiert seit 1983.
-Bis 1996 wurden die verbrauchten Brennstäbe der Reaktoren aus Loviisa zur Wiederaufbereitung nach Mayak, Chelyabinsk in Russland geschickt.
-1994 wurde die Verordnung geändert und seit 1996 verbleibt der radioaktive Abfall in Finnland.
-In Olkiluoto werden die verbrauchten Brennstäbe seit 1987 überirdisch gelagert. Kapazität soll 1270 Tonnen sein und für 50 Jahre reichen.
-In Loviisa wird seit 1996 ebenfalls zwischengelagert.
-Um ein geeignetes Endlager in Eurajoki, in der Nähe von Olkiluoto, zu etablieren, entstand 1995 die Posiva Oy, ein Unternehmen gegründet zusammen von TVO und Fortum. Der Plan ist, den nuklearen Abfall in 500 Meter Tiefe versiegelt zu lagern.
-Insgesamt wurden vier Orte von Posiva auf Endlagerfähigkeit hin untersucht und alle vier gelten als geeignet.
-2001 ratifizierte das Parlament mit 159:3 Stimmen die Endlagerung in Eurajoki. Der Gemeinderat von Eurajoki stimmte ebenfalls mit 20:7 Stimmen dafür.
-Zur Zeit befindet sich das unterirdische Endlager "ONKALO" in Bau. Posiva verspricht eine Kapazität für 12.000 Tonnen Brennmaterial.
-Die Einlagerung des schon vorhandenen nuklearen Abfalls aus 40 Jahren soll ca. 818 Millionen Euro kosten. Die Konstruktion von ONKALO ca. 228 Millionen Euro, die Versiegelung und der Betrieb 545 Millionen Euro.
-Seit 1992 existiert eine unterirdisches Lager für schwach- und mittelstrahlendes Material in Olkiluoto. Eine gleiche Anlage gibt es seit 1998 in Loviisa.

Alle Angaben ohne Gewähr.

Weiterhin:
Finland set to become long-term nuclear waste dump

An experiment currently underway in Greenland is trying to learn about the effect of glaciers on bedrock. This project has been organised and funded by global nuclear power companies who are planning to create a final storage facility for their radioactive nuclear waste hundreds of metres underground in bedrock caverns.

SIKUnews reports that Posiva Oy is Finland’s sponsor in the project. The nuclear power company has already begun work on its subterranean waste repository at Olkiluoto. This final destination for radioactive waste will hopefully be able to safely overcome any natural challenges to the site over the next 100,000 years. The company hopes to have it ready for operation by 2020.

Climate experts are predicting that Earth’s next Ice Age could begin in Finland around 6,000 years from now. The experiment in Greenland is testing the effects of melting water from glaciers on the underlying bedrock.

Professor Matti Saarnisto, the former director of research for the Geological Survey of Finland, is one of the most critical voices of the planned storage facility at Olkiluoto. He claims the planners have greatly underestimated the effects of permafrost melting on the underground site.

“Permafrost will cause massive variations in pressure around the nuclear waste repository, and that contains the seeds of disaster,” Saarnisto told YLE. “The matter of fact is that to some extent all of the research institutes involved are suffering from a hostage syndrome. They see it as essential that spent fuel be disposed of at Olkiluoto, because it has been planned that way for decades. There is no scientific basis for it,” says Saarnisto.

However, Posiva Oy feels the study in Greenland will prove that any future Ice Age will not pose a threat to the disposal facility at Olkiluoto.

Quelle: http://www.icenews.is/index.php/2009/08 ... aste-dump/

Re: Atomkraft in FIN

Verfasst: 14. Sep 2009 14:28
von sunny1011
Da geht einem echt das Herz auf beim Lesen :evil:

Re: Atomkraft in FIN

Verfasst: 15. Sep 2009 13:21
von urso branco

Re: Atomkraft in FIN

Verfasst: 17. Sep 2009 05:43
von sunny1011
Es gibt doch Infos: TVO möchte eine Höhle in Eurajoki bauen, aber der Umfang wäre zu klein. Fennovoima hat noch keine Lösung.

http://yle.fi/uutiset/talous_ja_politii ... 09108.html

Re: Atomkraft in FIN

Verfasst: 19. Sep 2009 08:09
von berliner
Ich denke auch, dass Sonne, Wind und Wasserkraft uns genügend Ressourcen für die Energieerzeugung liefern. Und manchmal ist auch Weniger einfach Mehr. Wenn man alleine die ganzen sogenannten Stromspareinrichtungen moderner EDV und HiFi Geräte betrachtet, dann spart man doch am Meisten, wenn man die Dinger einfach ausschaltet. Wozu muss bspw. mein Notebook nachts, wenn ich schlafe im Stand By Modus laufen? Versteht kein Mensch :!:

Re: Atomkraft in FIN

Verfasst: 19. Sep 2009 16:24
von sunny1011
berliner hat geschrieben:Wozu muss bspw. mein Notebook nachts, wenn ich schlafe im Stand By Modus laufen? Versteht kein Mensch :!:
Stimmt. Wir haben neulich von der IT Anweisungen bekommen um umweltfreundlich zu agieren, hiess fürs Wochenende und Urlaub ausschalten, an Wochentagen Sleep Modus :o (noch nicht mal "hybernate"). Furchtbar. Hybernate ist mehr "aus" als Sleep und doch spinnt meine Docking station, wenn ich den PC so hinterlassen habe, ist er morgens tüchtig am köcheln und halb an. Ich nimm's meistens mit, aber ansonsten auch so shut down und fertig.

Re: Atomkraft in FIN

Verfasst: 19. Sep 2009 21:51
von Sapmi
sunny1011 hat geschrieben: Stimmt. Wir haben neulich von der IT Anweisungen bekommen um umweltfreundlich zu agieren, hiess fürs Wochenende und Urlaub ausschalten, an Wochentagen Sleep Modus
Ja, ich weiß auch nicht, was so Zeug soll. Bei uns im Büro müssen sämtliche Netzdrucker IMMER angeschaltet bleiben, also auch über Nacht und am Wochenende. :roll:
*offtopic Ende*

Re: Atomkraft in FIN

Verfasst: 14. Okt 2009 16:25
von Svea
Heute mal wieder ein ausführlicher Artikel im Spiegel zu Problemen beim Bau von Olkiluoto etc.

http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,654629,00.html

Die meiner Meinung nach interessantesten Aussagen:
Auftraggeber und Herstellerfirmen sind heillos zerstritten, sie kämpfen vor einem Schiedsgericht um Milliarden. Die Kosten explodieren, die Fertigstellung verzögert sich um Jahre. Vor allem aber werfen Kritiker dem Konsortium vor, gefährlich zu pfuschen. Beton sei porös, Stahl sei rissig, und manche Konstruktionsprinzipien seien so gewagt, dass es die Experten von der finnischen Atomaufsicht schaudern lasse.
Doch in Wahrheit sind die Pannen beim Vorzeigeneubau eine schlechte Nachricht für die Atomwirtschaft; denn eigentlich hofft die Energiebranche auf ein Comeback ihrer Großtechnik. Und Olkiluoto sollte ihr Schaufenster werden - daraus wird wohl nichts.
Modernisierung statt Neubau - ist das die neue Strategie, die auf eine Renaissance durch die Hintertür hinausläuft? Zumindest zeigt das Chaos um den Olkiluoto-Reaktor, dass die Branche gar nicht ohne weiteres in der Lage ist, in der westlichen Welt günstig und sicher genug neue Kraftwerke zu bauen. Und Energieversorger können solche Mammutprojekte mit ihren gewaltigen Finanzrisiken nicht mehr stemmen - das geht nur, wenn der Staat einspringt.
Ursprünglich hätte das Kraftwerk schon in diesem Frühjahr ans Netz gehen sollen. Doch nun soll es erst 2012 so weit sein - vielleicht. Ob es klappt, "hängt vom Verhalten meiner Kunden ab", sagt Areva-Manager Mouroux spitz. Damit meint er TVO.
Außerdem wird der Bau mindestens 2,3 Milliarden Euro teurer als geplant. Die Rückstellungen für den erwarteten Verlust fressen fast den gesamten Konzerngewinn von Areva auf. Auch Siemens musste bereits dreistellige Millionenbeträge zurücklegen.
Mehr als 3000 Fehler gab es bislang beim Bau. Die wichtigste ungeklärte Frage betrifft "die Sinne, die Nerven und das Gehirn des Reaktors", sagt Petteri Tiippana, Direktor bei der finnischen Atomaufsichtsbehörde Stuk: das automatische Leitsystem des Atomkraftwerks.
Von den Hunderten Subunternehmern haben nur die wenigsten Erfahrungen in der Reaktortechnik. Viele arbeiten, als würden sie mal eben schnell eine Doppelgarage irgendwo hinstellen. Einmal entschieden die Arbeiter einer Firma kurzerhand, ein Rohr für einen Messfühler woanders anzubringen als vorgesehen. Der Platz war ihnen zu schwer zugänglich. Doch das Gerät musste genau dort messen, wo die Konstrukteure es vorsahen. Atominspektor Tiippana: "Die Leute müssen wissen, warum sie sich genau an die Vorgaben halten müssen, auch wenn nicht jeder Arbeiter Nuklearwissenschaftler werden soll."
"Das ist kein Vorzeigeprojekt, das ist ein Vorzeigedesaster", behauptet Mycle Schneider, deutscher Atomexperte aus Paris und Träger des Alternativen Nobelpreises.

Dabei hätten die Voraussetzungen kaum besser sein können. In Finnland stört kein Widerstand von Atomkraftgegnern die Bauarbeiten: Der Ort Eurajoki hat 6000 Einwohner und drei Atomreaktoren - Olkiluoto eins, zwei und drei. Bürgermeister Harri Hiitiö findet das großartig.
Aber nicht nur der französische Staatskonzern tut sich schwer, neue AKW zu errichten. Im vergangenen Jahr ging erstmals seit Beginn des nuklearen Zeitalters weltweit kein neuer Reaktor ans Netz. Wie sich aus dem "Welt-Statusreport Atomindustrie" ergibt, sind zwar 52 Meiler "im Bau" - 13 davon allerdings schon seit mehr als 20 Jahren. Und bei 24 ist noch nicht einmal theoretisch klar, wann sie hochgefahren werden könnten.
Zudem sollen 36 der neuen Reaktoren nicht im sicherheitsbewussteren Westen gebaut werden, sondern in China, Indien, Russland und Südkorea. "Mir wird schwarz vor Augen, wenn ich daran denke, dass in China 16 Kraftwerke gleichzeitig gebaut werden, und man hört nur, da gebe es keine Probleme", sagt Atomkritiker Schneider.
In der westlichen Welt wird außer in Finnland nur noch ein Atommeiler neugebaut: in Flamanville in der Normandie - aber da plagen sich die Franzosen mit ähnlichen Problemen herum wie in Finnland.

In den USA hat die frühere Bush-Regierung die Hürden für die Errichtung von Neubauten drastisch gesenkt. 2007 stellte sie zudem über 20 Milliarden Dollar für Kreditbürgschaften bereit. Doch die Industrie winkt ab. Sie hat seit mehr als 30 Jahren keinen einzigen Neubau begonnen.

"Eine Reihe amerikanischer Firmen haben sich die Situation in Finnland und die Größe der Investition dort erschüttert angesehen", sagt der US-Ökonom Paul Joskow vom Massachusetts Institute of Technology.
"Es gibt null Erfahrungen mit Leistungsreaktoren, die länger laufen als 40 Jahre", sagt Atomexperte Schneider. Doch RWE-Chef Jürgen Großmann meint, die deutschen Meiler würden auch 60 Jahre durchhalten. In den USA, Schweden und Frankreich gibt es ähnliche Ideen - aber auch starke Vorbehalte.
Doch kann man der Atombranche irgendeine Modernisierung zutrauen, wenn ihr beim Neubau solche Fehler unterlaufen wie in Finnland? Seit über einem Jahrzehnt ist in der westlichen Welt kein AKW mehr errichtet worden. Die Atomaufseher sehen im mangelnden Know-how eine Ursache für die Pannenserie: "Einigen Vorarbeitern fehlt Erfahrung", sagt Ingenieur Tiippana, "viele Firmen sind neu im Nuklearsektor, ihre Leute müssen trainiert werden, sich an die Standards zu halten."
Areva-Mann Mouroux glaubt trotz allem fest an eine Renaissance der Reaktoren. Der Ingenieur sitzt im Konferenzraum eines Baucontainers, er trägt einen gutgeschnittenen Anzug und hält nicht viel von Zweifeln: "Wir werden den Reaktor überall auf der Welt bauen", sagt Mouroux. Was mache es schon, wenn die Maschine teurer werde und der Bau etwas länger brauche: "Dafür soll der EPR 60 Jahre laufen."
:roll:

Re: Atomkraft in FIN

Verfasst: 14. Okt 2009 17:38
von sunny1011
Danke Svea, soviel kriegen wir hier nicht mit. Aber dass der "Gastgeber" unfähig ist, internationales Projekt ordentlich zu koordinieren, weiss ich von einer authentischen Stelle. Bei so einem Projekt ist allerdings die Kommunikation das A und O.

Re: Atomkraft in FIN

Verfasst: 14. Okt 2009 19:14
von Omega
Es gibt halt kein gut und billig. :!:

Billig, billig, billig. Es ***** mich an!!!